Beförderungen bei Dienstversammlung – Feuerwehr zieht Bilanz

Auf ein arbeitsreiches Jahr kann die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Gerau bei der diesjährigen Dienstversammlung zurückblicken. 209 Einsätze galt es in 2017 zu bewältigen, resümierte Wehrführer Jörg Rüddenklau.

Mehr als jeden zweiten Tag musste die Feuerwehr zur Hilfeleistung ausrücken, wobei sich ihr Einsatzgebiet über den gesamten Kreis erstreckte. Der Brand eines Wohnhauses in Büttelborn, das Feuer, das die Tafel in Groß-Gerau-Nord zerstörte und Hilfe beim Brand eines Frachtschiffes im Gustavsburger Hafen sind Ereignisse mit den größten Folgen.

Doch die Feuerwehr wurde nicht nur bei Bränden gerufen, sie war auch Nothelfer bei vielen anderen Ereignissen: Schwere Verkehrsunfälle, bei denen es galt, Menschen aus Autowracks zu befreien, der tragische Tod einer Polizistin auf der B 44, Gefahrguteinsätze, Ölunfälle, Unwettereinsätze, Türöffnungen – die gesamte Bandbreite schicksalhafter Lebenssituationen.

Auch die Fehlalarme blieben mit 94 auf einem hohen Niveau. Dennoch: Die ganz großen Katastrophen haben Stadt und Kreis 2017 wiederum verschont.

Die zahlreichen Einsätze sind eine hohe Belastung für alle ehrenamtlichen Einsatzkräfte, die Tag und Nacht bereitstehen müssen.

Eine weitere Belastung sei die stetig sinkendeToleranz bei Arbeitgebern, die ehrenamtlichen Einsatzkräfte im Bedarfsfall für Einsätze oder auch für Übungsdienste freizustellen. Dies zeige sich insbesondere bei der Tagesalarmbereitschaft, dass oft die benötigte Anzahl von Einsatzkräften nur durch zusätzliche Alarmierungen weiterer Abteilungen erreicht werden kann.

Der aktive Dienst der Ehrenamtlichen erreicht mit 12 457 Stunden in 2017 erneut Rekordhöhe. Die Hälfte war der Ausbildung, Lehrgängen und Seminaren gewidmet. Doch die vielen Stunden, die für Verwaltungsarbeiten aufgewendet werden mussten, seien nicht erfasst worden, so der Wehrführer. „Auf dem Rücken der Ehrenamtlichen darf nicht noch mehr bürokratischer Aufwand abgeladen werden. Wir sind Feuerwehrleute und keine Verwaltungsangestellten“, sagte Jörg Rüddenklau unter großem Beifall der rund 100 Versammlungsteilnehmer.

So ganz zufrieden mit der Stadt war die Feuerwehr dann doch nicht: Rüddenklau kritisierte, dass bei Veranstaltungen Gebühren an die Stadtkasse entrichtet werden müssten. Auch die Verkehrsplanung bereite Probleme: So müsse bei vielen Einsätzen nachalarmiert werden, weil nicht genügend Einsatzkräfte wegen Behinderungen auf dem Südring und in der Innenstadt in ausreichender Schnelle den Stützpunkt erreichten. Die vorgeschriebenen Hilfsfristen würden damit häufig überschritten. Rüddenklau bat deshalb darum, die Feuerwehr bei Verkehrsplanungen künftig anzuhören.

Stadtbrandinspektor Benny Surmann erklärte, dass man sich bemühen werde, die „Korrespondenz“ zu verbessern. Erster Stadtrat Richard Zarges (Kombi) und stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher Erhard Walther (CDU) überbrachten der Freiwilligen Feuerwehr abschließend Dank und Anerkennung der politischen Gremien der Stadt.